Ungewöhnlich viele Krankheitsfälle im Sommer: Ursachen & Maßnahmen
DAK-Report 2023: Krankenstand im Sommer auf 5,5 %, Atemwegsinfekte +66 %. Ursachen, Folgen für Unternehmen und konkrete Präventionsmaßnahmen.

Im Sommer 2023 sorgte ein signifikanter Anstieg von Krankheitsfällen in Deutschland für Schlagzeilen. Selbst die Tagesschau berichtete: DAK verzeichnet ungewöhnlich viele Krankheitsfälle im Sommer. Während Erkältungen und Atemwegserkrankungen in den kalten Monaten erwartbar sind, traten sie diesmal auch im Sommer außergewöhnlich häufig auf. Das wirft Fragen zur Gesundheit der Arbeitnehmenden und zur Arbeitswelt auf – und lässt Unternehmen nachdenken, wie sie ihre Mitarbeitenden besser vor häufigen und langwierigen Erkrankungen schützen können.
Die Zahlen im Überblick: DAK-Gesundheitsreport zeigt drastische Steigerung
Laut DAK-Gesundheitsreport lag die Krankheitsquote in Deutschland im Sommer 2023 bei rund 5,5 Prozent – deutlich über den üblichen Sommerwerten von 3 bis 4 Prozent. Im Schnitt fiel jeder 18. Arbeitnehmende krankheitsbedingt aus. Noch ungewöhnlicher: Atemwegserkrankungen waren für rund 40 Prozent der gemeldeten Krankheitsfälle verantwortlich – eine Quote, die sonst typisch für die Wintermonate ist.
Diese Zahlen zeigen, dass die Gesundheitsbelastung in den Sommermonaten stark angestiegen ist. Die DAK führt das u. a. auf den milden Winter 2022/23 zurück, der weniger Immunität gegen typische Erkältungs- und Grippeviren aufgebaut haben könnte. Auch wetterbedingte Schwankungen und klimatische Veränderungen belasten das Immunsystem.
Ursachen der hohen Krankheitsquote: Von Atemwegserkrankungen bis zu psychischen Belastungen
Die hohe Krankheitsquote hat mehrere Ursachen. Die meisten Ausfälle verursachen inzwischen Muskel-Skelett-Erkrankungen. Atemwegserkrankungen und psychische Erkrankungen folgen auf den Plätzen 2 und 3. Gerade in Zeiten von Flexibilität und Homeoffice zeigen sich langfristige Herausforderungen: ständige Erreichbarkeit und das Gefühl, immer „online“ sein zu müssen, tragen zur psychischen Belastung bei. Ein noch größeres Thema ist jedoch die oft schlechte Ergonomie zu Hause.
Besonders bemerkenswert: Die Zahl der Krankheitstage durch Atemwegsinfekte stieg im Sommer 2023 um 66 Prozent. Mitarbeitende waren oft mehrere Tage krankgeschrieben – ein klarer Hinweis darauf, dass einfache Erkältungen intensiver und langwieriger verlaufen sind.
Studien bestätigen: Klimawandel und wechselhaftes Wetter beeinflussen das Krankheitsgeschehen
Die steigenden Krankheitsfälle im Sommer hängen vermutlich auch mit dem Klimawandel zusammen. Studien der WHO zeigen, dass häufigere Temperaturwechsel und extremere Wetterlagen das Immunsystem stark beanspruchen. Heiße Sommer mit Hitzeperioden belasten die Atemwege, plötzliche Temperaturwechsel schwächen die Abwehrkräfte zusätzlich.
Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) hat der Klimawandel sowohl direkte als auch indirekte Auswirkungen auf die Gesundheit – von Hitzeschlägen bis zur veränderten Verbreitung von Viren und Bakterien. Das könnte erklären, warum Atemwegserkrankungen zunehmend auch in warmen Monaten auftreten.
Auswirkungen auf Unternehmen: Produktivitätseinbußen und Planungsunsicherheit
Der hohe Krankenstand stellt Unternehmen vor ernsthafte Herausforderungen. Produktivitätseinbußen und Planungsunsicherheiten sind direkte Folgen vermehrter Krankheitsfälle. Branchen mit hoher Personalintensität – Pflege, Einzelhandel, Logistik – spüren die Auswirkungen am stärksten. Viele Unternehmen mussten Personalengpässe kurzfristig überbrücken oder Produktionsziele anpassen.
Präventive Maßnahmen: Wie Unternehmen reagieren können
- Flexible Arbeitsmodelle fördern: Mit der Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, können sich Mitarbeitende schneller erholen, ohne Kolleginnen und Kollegen anzustecken.
- Gesunde Arbeitsumgebung schaffen: Luftfilter, regelmäßige Reinigung und klimatisierte Räume verbessern die Luftqualität und beugen Erkältungen vor.
- Erweiterte Gesundheitsprogramme: Impfungen, Check-ups und Gesundheitsberatungen sowie ergonomische Ausstattung im Homeoffice senken Krankenstände nachhaltig.
Fazit
Die hohe Krankheitsquote im Sommer 2023 ist ein Weckruf: Gesundheit am Arbeitsplatz – im Büro und im Homeoffice – wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Wer in ergonomische Ausstattung, Prävention und flexible Arbeitsmodelle investiert, schützt nicht nur die Gesundheit der Mitarbeitenden, sondern sichert auch die Leistungsfähigkeit des Unternehmens.
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