Savills-Studie 2026: Wie lässt sich der Mehrwert des Büros messen?
99 % sehen im Büro einen Mehrwert für Kultur und Zusammenarbeit – nur 38 % halten ihn für gut messbar. Was die Savills-Studie für HR, Büroauslastung und Hybrid Work bedeutet.

Das Büro soll Unternehmenskultur stärken, Zusammenarbeit fördern und Innovation ermöglichen. Aber woran erkennt ein Unternehmen, ob es diese Ziele tatsächlich erreicht? Die neue Savills- und CoreNet-Global-Befragung „Measuring the Value of the Evolving Workplace Survey 2026“ zeigt eine deutliche Lücke zwischen dem wahrgenommenen Nutzen des Büros und der Fähigkeit, diesen Nutzen zu messen.
Für HR-Teams und Geschäftsführungen ist das ein wichtiger Impuls: Eine gute Hybrid-Work-Strategie braucht mehr als eine Präsenzquote. Sie braucht klare Ziele, geeignete Arbeitsplätze und nachvollziehbare Ergebnisse.
Die wichtigsten Ergebnisse der Savills-Studie
An der weltweiten Befragung nahmen mehr als 240 Fachleute aus Corporate Real Estate und Arbeitsplatzgestaltung teil. Sie berichteten unter anderem darüber, wie ihre Unternehmensführung den Arbeitsplatz bewertet.
- 41 % beschreiben die Haltung ihrer Führung als Fokus auf Unternehmenskultur und Zusammenarbeit.
- 23 % sehen den Arbeitsplatz aus Sicht ihrer Führung als strategischen Vorteil. Zusammen ergeben diese beiden Gruppen 64 %.
- 13 % berichten, dass der Arbeitsplatz vor allem als zu steuernder Kostenfaktor betrachtet wird.
- 16 % sagen: Die Führung unterstützt Investitionen, verlangt aber stärkere Belege für ihren Wert.
Besonders auffällig: 99 % schreiben dem Büro einen Mehrwert für Kultur und Zusammenarbeit zu. Im Durchschnitt halten jedoch nur 38 % diesen Beitrag für gut messbar. Auch bei Innovation und Ideenfindung sehen 99 % einen Mehrwert; nur etwa ein Drittel hält ihn für eindeutig quantifizierbar.

Was die Zahlen aussagen – und was nicht
Die Studie befragt Fachleute zu ihrer Einschätzung. Sie ist kein experimenteller Nachweis, dass Büroarbeit produktiver als Homeoffice ist. Ebenso wenig beweist die geringe Messbarkeit, dass das Büro keinen Nutzen hat. Sie zeigt zunächst, dass viele Organisationen ihre Erwartungen noch nicht ausreichend mit belastbaren Kennzahlen verbinden.
Die Ergebnisse stammen aus einem globalen Fachleuten-Netzwerk. Sie dürfen nicht ohne Weiteres als repräsentative Aussage über alle deutschen Unternehmen oder alle Beschäftigten verstanden werden.
Büroauslastung allein ist noch kein Geschäftsergebnis
Die meisten Befragten nutzen etablierte Kennzahlen: 73 % setzen Mitarbeiterengagement-Befragungen ein und 65 % messen Auslastung oder Belegung. Rund die Hälfte berücksichtigt finanzielle oder geschäftliche Leistungskennzahlen, 33 % Mitarbeiterbindung, 22 % Produktivität oder Leistung und nur 13 % Zusammenarbeit oder Innovation.
Eine hohe Belegung beantwortet die Frage, wie häufig ein Büro genutzt wird. Sie beantwortet nicht automatisch, ob Projekte schneller vorankommen, das Onboarding besser gelingt oder Teams wirksamer zusammenarbeiten. Auch Buchungen und tatsächliche Nutzung sind nicht dasselbe.
Mit Workplace Analytics können Unternehmen ihre Flächen- und Präsenzplanung strukturieren. Das liefert einen Baustein für die Bewertung – keine vollständige Messung von Kultur oder Produktivität.
Fünf Schritte zu einer messbaren Hybrid-Work-Strategie
- Ziele konkretisieren: Soll das Büro vor allem Onboarding, fachlichen Austausch, Kundenkontakt oder gemeinsame Problemlösung verbessern? Für jedes Ziel braucht es eine passende Kennzahl.
- Eine Ausgangslage erfassen: Auslastung, Teamfeedback und geeignete Geschäftsergebnisse vor einer Veränderung dokumentieren.
- Präsenz mit einem Zweck verbinden: Gemeinsame Bürotage für Aufgaben planen, die tatsächlich vom persönlichen Austausch profitieren. Der kostenfreie Hybrid-Work-Policy-Generator unterstützt bei klaren Regeln.
- Mehrere Perspektiven kombinieren: Auslastung und Befragungen beispielsweise mit Projektdurchlaufzeiten, Fehlerquoten oder Onboarding-Feedback zusammen betrachten.
- Im Pilot überprüfen: Vergleichbare Teams oder Zeiträume betrachten und andere Einflussfaktoren wie Arbeitslast, Teamwechsel und Saisonalität berücksichtigen.
Diese Schritte sind eine praktische Einordnung von onyo, keine von Savills getestete Garantie für einen bestimmten Effekt. Zusammenhänge zwischen Anwesenheit und Ergebnissen belegen für sich genommen noch keine Ursache.
Auch die Kosten brauchen eine saubere Einordnung
In einer separaten Analyse von 50 börsennotierten multinationalen Unternehmen beziffert Savills Arbeitsplatzkosten im Durchschnitt auf 8,4 % des Umsatzes und 12,5 % der Betriebskosten. Diese Zahlen stammen nicht aus der Befragung der mehr als 240 Fachleute und sind kein pauschaler Kostenmaßstab für den deutschen Mittelstand.
Für die eigene Planung sollten Unternehmen tatsächliche Miet-, Betriebs- und Ausstattungskosten verwenden. Desk Sharing kann den Bedarf an festen Schreibtischen reduzieren. Ob daraus weniger Miete entsteht, hängt unter anderem von Flächenkonzept, Spitzenbedarf und Mietvertrag ab.
Büro und Homeoffice gemeinsam gestalten
Der Report nennt eine globale durchschnittliche Büroanwesenheit von 3,6 Tagen pro Woche. Das ist eine beschreibende Kennzahl, keine Empfehlung für die optimale Präsenzquote. In EMEA liegt der ausgewiesene Durchschnitt bei 3,4 Tagen; auch das ist kein spezifischer Deutschlandwert.
Statt einen Arbeitsort pauschal zum Gewinner zu erklären, sollten Arbeitgeber die Bedingungen an beiden Orten verbessern: Begegnung und Zusammenarbeit im Büro, konzentriertes und ergonomisches Arbeiten zuhause. Mit Homeoffice-Ausstattung für Arbeitgeber unterstützt onyo die Ausstattung des zweiten Arbeitsortes. Das ergänzt die Bürostrategie, ersetzt aber nicht deren Erfolgsmessung.
Häufige Fragen
Beweist die Savills-Studie, dass eine Büropflicht sinnvoll ist?
Nein. Sie untersucht Einschätzungen zum Wert des Arbeitsplatzes und seiner Messbarkeit, nicht den kausalen Effekt einer Büropflicht auf die Leistung.
Welche Kennzahlen sollten HR und Workplace-Teams gemeinsam betrachten?
Eine Kombination aus tatsächlicher Nutzung, Mitarbeitererleben und passenden Geschäftsergebnissen. Die Auswahl hängt vom jeweiligen Ziel ab; reine Anwesenheit ist kein ausreichender Erfolgsnachweis.
Wo kann ich den Savills-Report herunterladen?
Der englischsprachige, dreiseitige Report ist in unserer Whitepaper-Bibliothek hinterlegt und direkt als PDF verfügbar.
Fazit: Mehrwert statt bloßer Anwesenheit messen
Die Savills-Ergebnisse sprechen für eine präzisere Diskussion über Hybrid Work: Welche Aufgabe erfüllt das Büro – und woran erkennen wir, dass es gelingt? Wer Nutzung, Mitarbeiterfeedback und Ergebnisse zusammen betrachtet, schafft eine bessere Grundlage für Investitionen und Präsenzregeln.
Du möchtest Bürostrategie und Homeoffice-Ausstattung zusammenbringen? Sprich mit onyo über eure hybride Arbeitswelt.
Quellen und Einordnung
- Savills Research: Global Occupier Strategy, September 2026, Seiten 1–3.
- CoreNet Global und Savills: Measuring the Value of the Evolving Workplace Survey 2026; kombinierte Ergebnisse aus CoreNet-Mitgliedschaft und globalem Savills-Netzwerk.
- Bereitgestellte deutschsprachige Savills-Zusammenfassung vom 28. September 2026. Die Zahlen im Artikel folgen den Fließtextangaben des Originalreports; aus den Balkengrafiken wurden keine zusätzlichen Prozentwerte abgeleitet.


