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Drees & Sommer Workspace Benchmark Report 2026/27: Das Büro füllt sich wieder

Die Büroauslastung hat sich gegenüber 2023/24 nahezu verdoppelt – von 30–40 auf 61–70 Prozent. Der neue Drees & Sommer Workspace Benchmark Report zeigt, warum Mitarbeitende freiwillig zurückkehren und was Büros dafür leisten müssen.

19. Oktober 2026
Drees & Sommer Workspace Benchmark Report 2026/27: Das Büro füllt sich wieder

Sechs Jahre nach dem Beginn der Corona-Pandemie dreht sich der Trend im Büro: Die Menschen kehren schrittweise zurück. Das ist ein zentrales Ergebnis des Workspace Benchmark Reports 2026/27 von Drees & Sommer, für den mehr als 200 Personen aus 17 Branchen befragt wurden. Die größte Gruppe der Befragten schätzt die Auslastung ihrer Flächen auf 61 bis 70 Prozent – 2023/24 lag dieser Wert noch zwischen 30 und 40 Prozent. Das Auslastungsniveau hat sich also nahezu verdoppelt.

Hybrides Arbeiten bleibt – aber die Präsenz wächst

Mobiles Arbeiten ist weiterhin fester Bestandteil der Arbeitsrealität: Für 69 Prozent der Befragten gehören zwei bis drei Homeoffice-Tage pro Woche zum Alltag. Interessant ist das Nutzungsverhalten bei voller Freiheit: Wer an fünf Tagen von zu Hause arbeiten dürfte, tut dies meist nur an drei Tagen. Mitarbeitende kommen also auch freiwillig ins Büro – für Meetings, Workshops, gemeinsame Projektarbeit und den direkten Austausch mit Kolleginnen und Kollegen.

„Menschen kommen heute nicht mehr ins Büro, um ungestört ihre Aufgaben abzuarbeiten. Sie kommen, weil es einen konkreten Anlass gibt und das Nutzererlebnis überzeugt. Damit wandelt sich die Rolle des Büros: Es wird zunehmend zum sozialen und kollaborativen Mittelpunkt der Arbeitswelt“, sagt Sven Mylius, Associate Partner und Experte für New-Work-Konzepte bei Drees & Sommer.

Attraktivität entscheidet über die Auslastung

Ein zentraler Zusammenhang der Studie: Als sehr attraktiv bewertete Büros sind im Schnitt zu 63 Prozent belegt, als nicht attraktiv bewertete nur zu 48 Prozent. Gefragt sind moderne Arbeitswelten, die je nach Tätigkeit den passenden Ort bieten – Rückzugsräume für konzentriertes Arbeiten, Bereiche für kreative Zusammenarbeit und Zonen für informellen Austausch. Rund 72 Prozent der Befragten stufen ihre Büros als attraktiv bis sehr attraktiv ein.

Auch die Medientechnik zählt: Wo höchstens jeder vierte Besprechungsraum über Videotechnik verfügt, sind nur 39 Prozent der Befragten zufrieden. Sind es mindestens drei von vier Räumen, steigt die Zufriedenheit auf 75 Prozent. Ein Raum sollte laut Studie innerhalb von 30 Sekunden startklar sein – wer die Wartezeit vor Meetings verkürzt, spart pro Tag mehrere Tausend Euro.

Führung als Erfolgsfaktor

Neue Räume allein ändern wenig: 92 Prozent der Befragten sehen Führungskräfte als zentralen Erfolgsfaktor für neue Arbeitswelten. Knapp 80 Prozent trauen der Arbeitsumgebung einen hohen Einfluss auf die Unternehmenskultur zu – besonders auf die Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg. Von Vorgesetzten erwarten Mitarbeitende klare Zielbilder und ein Vorbild, das neue Arbeitsweisen selbst vorlebt.

Weniger Fläche, mehr Qualität

Obwohl wieder mehr Menschen ins Büro kommen, rechnen 54 Prozent der Befragten damit, dass die Fläche pro Arbeitsplatz sinkt – nur elf Prozent erwarten einen höheren Flächenbedarf. Ein wichtiges Werkzeug dafür bleibt Desksharing: 75 Prozent der Studienteilnehmenden teilen sich ihre Arbeitsplätze ganz oder in Teilbereichen, und mehr als die Hälfte erwartet, dass ihr Unternehmen künftig noch stärker darauf setzt. Das Fazit der Studie: Qualität statt Quadratmeter.

Daten und Technik: viel Potenzial, wenig Umsetzung

63 Prozent der Befragten berichten, dass ihr Unternehmen Space Analytics einsetzt – bei Firmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitenden sind es 85 Prozent, bei Firmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden nur 38 Prozent. Meist beschränkt sich die Analyse auf Buchungssysteme; Sensoren oder Bewegungsanalysen nutzen bislang nur wenige. „Wer Nutzungsdaten systematisch auswertet und in Entscheidungen überführt, kann Flächen, Investitionen und Arbeitsangebote gezielter weiterentwickeln“, betont Mylius.

Was das für Unternehmen bedeutet

Die Ergebnisse bestätigen, was wir im Alltag mit unseren Kunden erleben: Das Büro wird nicht abgeschafft, sondern neu definiert. Wer Mitarbeitende freiwillig ins Büro holen will, braucht attraktive, funktional überzeugende Arbeitsumgebungen – und gleichzeitig ein Zuhause, das ergonomisch und rechtssicher ausgestattet ist. Hybrides Arbeiten gelingt nur, wenn beide Orte professionell organisiert sind: vom Desksharing im Büro bis zur Ausstattung und Gefährdungsbeurteilung im Homeoffice.

Quelle

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