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Homeoffice kann die Geburtenrate steigern: Neue ifo-Studie zeigt überraschenden Effekt

Paare, in denen beide Partner mindestens einen Tag pro Woche im Homeoffice arbeiten, zeugen häufiger Nachwuchs. Die ifo-Studie zeigt: Die Geburtenrate liegt dann durchschnittlich 14 Prozent höher. Was bedeutet das für Unternehmen?

02. Juli 2026
Homeoffice kann die Geburtenrate steigern: Neue ifo-Studie zeigt überraschenden Effekt

1,32 Kinder: So viel Nachwuchs bringt eine Frau in Deutschland im Schnitt zur Welt (Statistisches Bundesamt, Juli 2026). Im Jahr 2025 wurden hierzulande 654.300 Kinder geboren – ein Minus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der niedrigste Stand seit 1946. Angesichts dieser Zahlen suchen Demografen und Politiker nach Hebeln, um den Trend zu stoppen. Eine neue Studie liefert nun einen überraschenden Ansatz: das Homeoffice.

14 Prozent höhere Geburtenrate dank Homeoffice

Die Untersuchung des ifo-Instituts in Zusammenarbeit mit der Stanford University kommt zu dem Ergebnis, dass die Geburtenrate in Haushalten mit mindestens einem Tag Homeoffice pro Woche im Schnitt 14 Prozent höher liegt als in Haushalten ohne Arbeit von zu Hause. Wenn beide Partner im Homeoffice arbeiten, ist der Effekt am größten. Mathias Dolls, stellvertretender Leiter des ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, erklärt: „Mehr Flexibilität durch Homeoffice könnte dazu beitragen, dass Menschen ihre gewünschte Familiengröße eher verwirklichen können."

Datenbasis: Über 19.000 Befragte weltweit

Grundlage der Studie „Work from Home and Fertility" (CESifo Working Paper 12533) sind Daten des Global Survey of Working Arrangements aus 38 Ländern. Über 19.000 Menschen wurden befragt, darunter mehr als 11.300 im gebärfähigen Alter zwischen 20 und 45 Jahren. In einer separaten Erhebung in den USA wurden knapp 90.000 Befragungen zu Geburten in den vergangenen Jahren, zu aktuellen Schwangerschaften und zum Kinderwunsch durchgeführt.

Die Forscher untersuchten drei Fruchtbarkeitsmaße: die realisierte Fruchtbarkeit von 2023 bis 2025 (einschließlich Kinder in der Schwangerschaft), die geplanten zukünftigen Geburten sowie die Lebenszeitfruchtbarkeit – also die Summe aus bereits geborenen und noch geplanten Kindern.

Jährlich 13.500 zusätzliche Geburten möglich

Die Anhebung der Homeoffice-Quote auf das US-amerikanische Niveau könnte nach den Berechnungen der Forscher für rund 13.500 zusätzliche Geburten pro Jahr in Deutschland sorgen. Das ist kein Quantensprung angesichts der demografischen Herausforderungen, aber ein signifikanter Baustein.

Dabei gilt: Mehr wöchentliche Homeoffice-Tage führen nicht automatisch zu noch mehr Geburten. Der entscheidende Faktor ist die grundsätzliche Verfügbarkeit von Flexibilität, nicht deren maximale Ausreizung.

Was bedeutet das für Arbeitgeber?

Unternehmen stehen vor dem Spagat zwischen Büropräsenz und flexiblen Arbeitsmodellen. Die Studie liefert ein neues Argument für eine moderne Homeoffice-Regelung: Flexibles Arbeiten ist nicht nur ein Benefit für die Work-Life-Balance, sondern kann langfristig auch demografische Effekte entfalten.

Für HR-Teams bedeutet das:

  • Strategische Positionierung: Homeoffice als Familienfreundlichkeit kommunizieren und in der Employer Branding-Strategie verankern.
  • Gezielte Ansprache: Eltern und Eltern-zu-Be werden gezielt angesprochen, wenn Unternehmen flexible Modelle anbieten.
  • Homeoffice-Ausstattung: Die technische und ergonomische Ausstattung im Homeoffice sicherstellen, damit produktives Arbeiten von zu Hause möglich ist – ein Feld, in dem onyo Unternehmen unterstützt.

Studie beweist keinen alleinigen Kausalzusammenhang

Einschränkend muss gesagt werden, dass die steigenden Geburten nicht abschließend allein auf das Homeoffice zurückzuführen sind. Es könnte auch sein, dass Menschen mit Kinderwunsch sich gezielt Jobs mit Homeoffice suchen. Dennoch: Die Korrelation ist robust und über viele Länder hinweg nachweisbar. Allein die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, wird den demografischen Wandel nicht stoppen – aber sie kann den Trend sinkender Geburtenraten merklich abmildern.

Fazit: Homeoffice als gesellschaftlicher Hebel

Die ifo-Studie zeigt, dass Homeoffice weit mehr ist als ein temporärer Trend oder reines HR-Thema. Es ist ein gesellschaftlicher Hebel mit dem Potenzial, Familienplanung und Berufstätigkeit besser zu vereinbaren. Für Unternehmen, die die besten Talente gewinnen und halten wollen, ist die Bereitstellung flexibler Arbeitsmodelle daher nicht nur nett – sondern strategisch notwendig.

Quellen

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