Büroauslastung springt auf 53 %: Was die CBRE-Studie 2026 für Hybrid Work bedeutet
Die globale Büroauslastung ist 2025 von 38 auf 53 Prozent gestiegen – der größte Sprung seit 2021. Der CBRE Global Workplace & Occupancy Report 2026 zeigt: Menschen kommen wegen Zusammenarbeit ins Büro, nicht wegen Anwesenheitspflichten. Die wichtigsten Zahlen und was HR und Workplace-Verantwortliche daraus ableiten sollten.

CBRE wertet Belegungsdaten von rund 1,2 Milliarden Quadratfuß (111,5 Mio. m²) Bürofläche weltweit aus. Der vierte Teil der Reihe Global Workplace & Occupancy Insights 2026 liefert damit eine der belastbarsten Datengrundlagen zur Frage, wie Büros heute tatsächlich genutzt werden. Das Ergebnis ist eindeutig: Das Büro kehrt zurück – aber in einer völlig anderen Rolle als vor 2020.
Die Kernzahlen im Überblick
- 53 % durchschnittliche Auslastung weltweit im Jahr 2025 – nach 38 % im Jahr 2024. Der größte Jahreszuwachs seit 2021.
- 80 % Spitzenauslastung im globalen Durchschnitt – über dem Vor-Pandemie-Niveau von 65 bis 70 %.
- 111 % Belegungsquote (Occupancy): Es gibt mehr Mitarbeitende als Arbeitsplätze – Desk Sharing ist zum Normalfall geworden.
- 37 % der Unternehmen setzen Anwesenheitsregeln aktiv durch (2024: 17 %), 69 % messen die Einhaltung (2024: 45 %).
Nicht die Pflicht bringt Menschen ins Büro – sondern die Kolleginnen und Kollegen
Die vielleicht wichtigste Erkenntnis des Reports: Beschäftigte kommen signifikant häufiger ins Büro, wenn die Mehrheit ihres Teams anwesend ist. CBRE nennt das den Affiliation Imperative – das Bedürfnis nach Zugehörigkeit als eigentlicher Treiber der Bürorückkehr.
93 Prozent der Befragten nennen die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen als sehr wichtigen oder wichtigen Grund, ins Büro zu kommen. Persönliche Meetings folgen mit 90 Prozent, Teambuilding und sozialer Austausch mit 89 Prozent. Die Erwartung des Managements landet dagegen deutlich dahinter.
Besonders aufschlussreich: Bessere Konzentration nennen nur 35 Prozent als (sehr) wichtigen Grund. Fokusarbeit findet für die Mehrheit weiterhin zu Hause statt – und genau deshalb bleibt eine funktionierende Homeoffice-Ausstattung die Voraussetzung dafür, dass das hybride Modell überhaupt trägt.
Die Fläche wird neu verteilt: weniger Schreibtisch, mehr Begegnung
Die Nutzungsdaten spiegeln sich direkt in der Flächenplanung. In der CBRE-Benchmark für Amerika zeigt sich seit 2021 ein klarer Trend:
- Individuelle „Me“-Flächen sind von 56 % auf 35 % der Gesamtfläche gefallen.
- Support-Flächen wie Meeting- und Projekträume sind um 35 % gewachsen.
- Amenity-Flächen für sozialen Austausch sind mit +120 % seit 2021 die am schnellsten wachsende Kategorie.
In EMEA ist die Fläche pro Arbeitsplatz seit 2021 um 14 % gestiegen – ein Bruch mit dem jahrzehntelangen Verdichtungstrend. In Asien-Pazifik erwarten 57 % der CBRE-Kunden sogar eine weitere Portfolio-Erweiterung.
Desk Sharing ist der neue Standard
Das klassische 1:1-Verhältnis von Mitarbeitenden zu Schreibtischen ist die Ausnahme geworden. Der Anteil der Unternehmen mit fest zugewiesenen Plätzen ist von 83 % auf 55 % gesunken, hybride Desk-Sharing-Modelle sind von 12 % auf 36 % gestiegen. Die meisten Organisationen steuern Quoten zwischen 1,01 und 1,49 Mitarbeitenden pro Platz an, ein Drittel geht über 1,5 hinaus.
Entscheidend ist die Datenbasis: 83 % der Unternehmen berücksichtigen die Jobfunktion bei der Sharing-Quote, 78 % kalibrieren sie anhand realer Auslastungsdaten. Wer die richtige Quote für den eigenen Standort ermitteln will, kann das mit unserem Workplace-Analytics-Tool durchrechnen.
Warum Engagement mehr ist als eine Immobilienfrage
CBRE verknüpft die Flächendaten mit langjähriger Gallup-Forschung – und die Zahlen sind deutlich:
- Beschäftigte mit einer engen Freundschaft am Arbeitsplatz sind siebenmal häufiger voll engagiert.
- Engagierte Teams sind 23 % profitabler als nicht engagierte.
- Fehlendes Engagement kostete die Weltwirtschaft 2025 rund 10 Billionen US-Dollar – etwa 9 % des globalen BIP.
Unternehmen, die gezielt in Kollaborations- und Amenity-Flächen investiert haben, erreichen ihre Anwesenheitsziele laut CBRE häufiger und berichten von höherer Zufriedenheit mit der Workplace Experience.
KI verändert den Arbeitstag – aber nicht so, wie viele denken
Die Verbreitung von KI-Agenten soll im kommenden Jahr um 327 % wachsen; 79 % der Organisationen haben 2025 bereits erste Implementierungen. Der Effekt auf den Arbeitsalltag ist kontraintuitiv: Beschäftigte in Rollen mit hoher KI-Exposition arbeiten aktuell 2,75 Stunden pro Woche mehr, nicht weniger. Produktivitätsgewinne fließen bislang in Output – nicht in zurückgewonnene Zeit.
Gleichzeitig ist die Zeit in Meetings seit Februar 2020 auf mehr als das Dreifache gestiegen. 57 % der Arbeitszeit gehen für Meetings, E-Mail und Chat drauf, nur 43 % bleiben für fokussierte Arbeit. Und der Anteil der Beschäftigten, die klar wissen, was von ihnen erwartet wird, ist von 55 % (2019) auf 44 % (2024) gefallen. CBRE nennt das eine „überkoordinierte und unterverbundene“ Belegschaft.
Fünf strategische Prioritäten für Arbeitgeber
- Erfolgskennzahl neu definieren. Auslastung allein reicht nicht. Employee Sentiment, Qualität der Zusammenarbeit, Zielklarheit und Engagement sind die relevanten Metriken.
- Für Zugehörigkeit gestalten. Soziale Flächen und Amenities waren historisch unterfinanziert – sie wachsen bei den erfolgreichsten Organisationen am schnellsten.
- Datenbasierte Anwesenheitsstrategie entwickeln. Rollenbasierte Ansätze schlagen pauschale Mandate. Eine saubere Regelung lässt sich mit unserem Hybrid-Work-Policy-Generator in wenigen Minuten aufsetzen.
- Technologie-Rückgrat aufbauen. Buchungssysteme, Präsenzerkennung und Belegungsanalytik machen sichtbar, wer wann da ist – genau das treibt Anwesenheit. Desk Booking ist dafür der Einstiegsbaustein.
- Das Büro als strategisches Asset behandeln – nicht als Fixkostenposten, der minimiert werden muss.
Was das für hybride Organisationen in Deutschland heißt
Die CBRE-Daten entkräften zwei populäre Extrempositionen. Das Büro ist weder tot noch kehrt es in seine alte Rolle zurück. Es wird zum Ort für Zusammenarbeit, Kultur und Beziehungsaufbau – während Fokusarbeit dauerhaft dezentral stattfindet.
Für Arbeitgeber bedeutet das eine doppelte Investitionslogik: hochwertige Begegnungsflächen im Büro und ein professionell ausgestatteter Arbeitsplatz zu Hause. Wer nur eine Seite bedient, verliert entweder die Kultur oder die Produktivität. Genau hier setzt onyo an – mit standardisierten Budgets, rechtssicherer Compliance und einer Plattform, über die Mitarbeitende ihre Ausstattung selbst konfigurieren.
Fazit
53 Prozent Auslastung, 111 Prozent Belegung, +120 Prozent Amenity-Flächen: Der CBRE-Report 2026 dokumentiert keine Rückkehr, sondern eine Neudefinition. Wer seine Flächen- und Ausstattungsstrategie heute an Zugehörigkeit statt an Anwesenheitsquoten ausrichtet, ist 2027 im Vorteil.
Quelle: CBRE, „The Affiliation Imperative: The Office’s New Purpose – What the Data Shows“, Teil 4 der Reihe 2026 Global Workplace & Occupancy Insights, 2026. Den vollständigen Report finden Sie in unserer Whitepaper-Bibliothek.


